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Weihnachtswünsche 2017

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Willkommen zu unserer Multimedia-Reportage. Diese journalistische Darstellungsform kommt am Besten auf ihrem Computer zur Geltung. Dazu sollten Sie den Ton einschalten und nach und nach die einzelnen Seiten nach unten blättern (am Fuß der Seite erscheint der Hinweis: Scrollen, um weiterzulesen). Weil es neben den Fotos und Geschichten zum Selberlesen auch Videos und vorgelesene Geschichten zu hören gibt, sollten Sie sich für diesen so genannten „PageFlow“ ein bisschen Zeit einplanen.

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Mein allerschönstes Weihnachtsgeschenk erhielt ich im Jahr 1950. Der Direktor unseres Gymnasiums hatte einen Tanzkurs anberaumt. Ich war 16 Jahre alt und total begeistert. Meine Eltern allerdings waren sehr streng und erbaten sich eine Bedenkzeit. „Ob sie es mir wohl erlauben würden?“, fragte ich mich immer wieder. Am Heiligen Abend lag dann ein Päckchen für mich unterm Tannenbaum. Als ich es öffnete, kamen ein grünes Samtkleid und passende Ballerinas zum Vorschein. „Für Deine Tanzstunden“ stand auf dem Kärtchen.

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Ich habe in meinem langen Leben sicher schon viele Weihnachtsgeschenke erhalten. Das Geschenk, das ich 1947 von meinen Eltern erhielt, freute mich von allen Geschenken am meisten, und ich besitze es immer noch. Es handelt sich um zwei Bändchen der  Ponyausgaben. Diese hatten das ungewöhnliche Querformat von 9 x 15 cm und waren nur geheftet. Die amerikanische Militärregierung musste die Veröffentlichung genehmigen, der Verkaufspreis betrug 1,50 DM. Meine Bändchen sind: „Heimatlos“ von Johanna Spyri  und  „...was am See geschah“ von Lisa Tetzner. Sie haben alle meine Umzüge mit gemacht und sind entsprechend ramponiert zumal die Papierqualität damals sehr schlecht war. Das tat der Freude keinen Abbruch. Sie sind einerseits eine Kindheitserinnerung für mich und andererseits sind sie Zeitzeugen und haben inzwischen Seltenheitswert. Im Jahr 2017 sind sie 70 Jahre alt.

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Ich erinnere mich an mein schönstes Weihnachten zu Hause im Jahr 1961. Zur damaligen Zeit war ich nicht oft daheim. Wegen einer angeborenen Behinderung konnte ich nicht laufen und man brachte mich deshalb nach Heidelberg in die Klinik. Die Ärzte empfahlen meiner Mutter einen guten, stabilen Puppenwagen, in den man Ziegelsteine hineinlegen konnte und dann eine Matratze darauf für meine Puppe. Der Sinn der Sache war, dass ich durch den Puppenwagen, an dem ich mich festhalten konnte, aufrecht laufen würde. Ich war das glücklichste Kind, das es geben konnte: Fünf Jahre alt und endlich konnte ich Laufen! Die ganzen Feiertage hindurch hielt ich mich an meinem Puppenwagen fest und, obwohl er schwer zu schieben war, fiel er nicht um und hielt alles aus. Durch die Steine war er ein Halt für mich geworden.

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Weihnachten 1998 war ganz anders als alle anderen Weihnachtsfeste, die ich bisher erlebt habe: In diesem Jahr wurden wir eine richtige kleine Familie, denn Anfang Dezember wurde unser erstes Kind Tim geboren. Die Baby-Eingewöhnungsphase fiel genau in die Adventszeit, die gefühlt komplett an mir vorbeiging. Die Tage bis Weihnachten bestanden hauptsächlich aus Stillen und Windeln wechseln, die kurzen Nächte bestanden aus ein wenig Schlaf. Trotzdem gelang es uns noch am 23. Dezember einen Christbaum zu kaufen, den wir an Heiligabend dann aufstellten und feierlich schmückten. 
Am 24. Dezember saßen wir dann alle im Wohnzimmer. In diesem Moment habe ich erst die leere Fläche unter dem so festlich geschmückten Baum wahrgenommen. Kein einziges Päckchen lag unter dem Baum. Im ganzen Trubel waren weder mein Mann noch ich auf die Idee gekommen, ein Weihnachtsgeschenk zu besorgen. Zuerst musste ich natürlich lachen, dann nahm ich das Lammfell von der Couch und legte unser Baby darauf, auf den Boden, neben den Tannenbaum. Dies war der schönste Moment für mich an diesem Abend: dieses kleine Bündel war unser allerschönstes Weihnachtsgeschenk.

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gelesen von Cora Jahn-Rosemann













Diese Puppenküche ist nicht die in der Geschichte beschriebene. Das Foto wurde uns von Heidi Lankers aus Eggenstein-Leopoldshafen geschickt. Ihr Großvater hat sie selbst gebaut.



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Im Hochschwarzwald aufgewachsen erlebten meine Familie und ich besonders harte und schneereiche Winter, die oft bis Anfang Mai dauerten. Höhepunkt des Winters war immer das Weihnachtsfest mit der Bescherung am Heiligen Abend. In den kargen Notzeiten des Krieges und der Einsamkeit und Stille der dunklen Wälder ringsum brachten die brennenden Kerzen am Christbaum und die Erwartung des Christkinds viel Licht und Wärme. 1943 oder 1944 war mein Vater noch in Stalingrad und meine Mutter bemühte sich liebevoll um uns drei Kinder. Unbemerkt waren in der Adventszeit meine Eisenbahn und auch der Schlitten verschwunden. Beides stand an Heilig Abend frisch repariert und aufpoliert wieder unterm Baum. Dass meine Eisenbahn wieder funktionierte, war für mich das schönste Geschenk.

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Mein Vater war bis September 1949 in russischer Kriegsgefangenschaft. Meine Mutter erzählte oft von ihm. Kurz vor Weihnacht 1948 kam ein kleines Weihnachtspaket für mich von meinem Vater. Es enthielt ein selbst gebasteltes Spiel. Auf einer kleinen Holzplatte mit Stiel sind vier bewegliche Hühner montiert. Diese sind über Schnüre mit einem Holzgewicht verbunden. Beim Drehen der Platte picken die Hühner aufgemalte Körner. Über dieses Weihnachtsgeschenk habe ich mich sehr gefreut und auch jahrelang diente es mir als Spielzeug. Diese Geschenk halte ich noch heute in Ehren.

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gelesen von Rupert Hustede

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Es war Weihnachten 1946, ich war fast vier Jahre alt. Mein Vater kam kurz vorher aus dem Krieg zurück und wir freuten uns auf das gemeinsame Weihnachtsfest. Ich wünschte mir so sehr eine Puppe – Brigitte sollte sie heißen. Heiliger Abend war da, das Glöckchen bimmelte und ich durfte ins Wohnzimmer. Da lag sie nun unterm Tannenbaum, eine wunderschöne Puppe – meine Brigitte – im knallroten glänzenden Kleidchen, habe mich riesig gefreut. Nach dem Weihnachtsessen – Würstchen und Kartoffelsalat – wollte mein Vater noch ein Bild von uns machen. Ich stellte mich unter den Weihnachtsbaum, der geschmückt war mit Lametta, Figürchen und echten Wachskerzen. So wurde ich fotografiert. Als mein Vater gerade zur Tür rausging, fing meine Puppe an lichterloh zu brennen. Ich stand wohl zu nah an den Kerzen. Vor lauter Schreck ließ ich Brigitte fallen. Meine Eltern löschten geistesgegenwärtig das Feuer. Zurück blieb ein verkohlter Puppenkörper – meine Brigitte. Man kann sich wohl vorstellen, wie traurig ich war. Das war Weihnachten 1946.

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Als Kind liebte ich das Märchen Hänsel und Gretel. Weihnachten 1954 bekam ich von meiner Tante Mariechen zwei Stück Seife geschenkt. In meiner kindlichen Phantasie waren es Hänsel und Gretel. Sie sind mit mir gealtert und stehen heute in einer Glasvitrine im Wohnzimmer. Für mich sind die Beiden auch nach 63 Jahren noch eine schöne Kindheitserinnerung.

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Es war an Weihnachten 1949. Ich war sechs, meine Schwester war fünf und mein Bruder zweieinhalb Jahre alt. Wir lebten mit Mutter und Großmutter in Radebeul bei Dresden. Wir kamen vom Kindergottesdienst nach Hause und freuten uns schon sehr auf die Weihnachtsgeschenke, das gute Essen und die weihnachtlich geschmückte gute Stube. Meine Mutter und Oma hatten sich sehr bemüht mit einem Geschenk und einem Naschteller für uns drei Kinder. Sie versuchten immer vor uns die große Traurigkeit zu verbergen, denn unser Vater war nun schon zwei Jahre in russischer Gefangenschaft. Es gab keine Nachricht, ob er noch lebt und wenn ja, wo. Doch an diesem Heiligen Abend 1949 war es anders, ihre Gesichter strahlten und dann kam das schönste Weihnachtsgeschenk, das wir uns alle vorstellen konnten – ein Brief von unserem Vater – Darin teilte er uns mit, dass er – eigentlich ganz in unserer Nähe – in Bautzen inhaftiert worden ist. Wir sollten ein Bild schicken und alle zusammen einen Brief mit zehn Zeilen. Dieses Bild dürfte er dann einmal im Vierteljahr anschauen. 

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Noch mehr Geschichten finden Sie hier.

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gelesen von Joachim Presch

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Ein PageFlow von:
Tanja Mori Monteiro:
Christian Bodamer und
Sibylle Kranich

Video:
Tanja Mori Monteiro und
Christian Bodamer

Fotonachweise:
Tanja Mori Monteiro
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Das Foto (rechts) hat uns Rosemarie Katz aus Stutensee geschickt. Es zeigt sie an Weihnachten 1946 mit ihren Brüdern Heinrich und Frieder.

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